Warum hat Deutschland Weltklasse-Kapazitäten in der industriellen Vorfertigung – in der Automobilindustrie, im Maschinenbau – aber im Wohnungsbau nutzen wir sie kaum?
Diese Frage stellte Bundesbauministerin Verena Hubertz bei der Eröffnung des 7. Deutschen Holzbaukongresses in Berlin – und sie trifft einen Nerv, der in unserer Branche schon lange drückt.
Der BIEF begrüßt es ausdrücklich, dass die Ministerin diese Frage so klar und öffentlich stellt. Es ist ein starkes Signal, dass das Thema industrieller Vorfertigung und serieller Bauweisen auf höchster politischer Ebene angekommen ist – und dass die Bundesregierung den Holzbau als echten Hebel für mehr bezahlbaren Wohnraum begreift.
Die Kompetenz in der Branche ist vorhanden. Systematischer Innenausbau, serielle Vorfertigung, modulare Bauprozesse – das ist kein Versprechen für die Zukunft, sondern gelebte Praxis bei den Unternehmen des BIEF. Was ihnen fehlt, sind nicht die Fähigkeiten, sondern die Rahmenbedingungen, um diese Stärken im Wohnungsbau tatsächlich einzusetzen.
Denn die Realität sieht so aus: Genehmigungsverfahren, die serielle Lösungen ausbremsen. Ausschreibungen, die Vorfertigung und Modulbau strukturell benachteiligen. Fehlende Standards, die Planungs- und Investitionssicherheit verhindern. Diese Hemmnisse sind bekannt – und sie sind lösbar, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist.
Das Grußwort der Bundesbauministerin hat gezeigt, dass er es ist.
Der BIEF dankt dem Forum Holzbau und allen Beteiligten für die Organisation eines Kongresses, der Forschung, Praxis und Politik auf diese Weise zusammenbringt. Die Fachbeiträge, das Grußwort der Ministerin und die Gespräche vor Ort haben gezeigt: Der Holzbau – und mit ihm der industrielle Innenausbau – steht vor einer echten Aufbruchsphase.
