Die Bundesregierung hat am 12. Dezember 2025 das EinfachMachen-Portal freigeschaltet. Über das neue digitale Meldeformular können Bürokratie-Hindernisse erfasst und Verbesserungsvorschläge eingebracht werden. Das Portal ist online erreichbar.
Zentrale Anlaufstelle für Bürokratie-Hemmnisse
Mit dem Portal setzt die Bundesregierung ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag sowie der Modernisierungsagenda Bund um. Ziel ist es, Bürokratie-Probleme systematisch sichtbar zu machen und Betroffene unmittelbar in den Prozess des Bürokratieabbaus einzubeziehen. Entwickelt wurde das Portal unter Federführung des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).
Adressiert sind insbesondere Unternehmen, Verbände, Selbstständige, Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürger, die aus der Praxis schildern können, wo Verfahren unnötig kompliziert, intransparent, doppelt oder unverhältnismäßig aufwendig sind.
Niedrigschwellige Meldung ohne Registrierung
Die Eingabe von Bürokratie-Hindernissen ist in sieben Schritten möglich und erfolgt ohne Registrierung. Abgefragt werden unter anderem:
- die angestrebte Vereinfachung,
- ein thematischer Schwerpunkt,
- die Art des entstehenden Aufwands,
- der Kreis der Betroffenen,
- optional der Bezug zu einer konkreten Verwaltungsleistung oder Behörde.
Alle Meldungen sollen erfasst, systematisch ausgewertet und thematisch gebündelt werden. Perspektivisch ist vorgesehen, eine öffentliche Übersicht über die eingegangenen Hinweise bereitzustellen.
Politische Einordnung
Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger betont, dass das Portal dazu beitragen solle, gezielt wirksame Vereinfachungen in den Ressorts anzustoßen. Auch aus Sicht der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche können die Rückmeldungen helfen, Vorschriften zu verschlanken und dadurch Spielräume für Investitionen, Innovationen und unternehmerische Initiativen zu eröffnen. Die Bundesarbeitsministerin verweist darauf, dass weniger Bürokratie mehr Zeit für Wertschöpfung in den Betrieben ermögliche.
Weiterentwicklung geplant
Das EinfachMachen-Portal startet zunächst als Beta-Version und soll schrittweise weiterentwickelt werden. Die Auswertung der Meldungen erfolgt zunächst halbautomatisch, perspektivisch zunehmend KI-gestützt. Für 2026 ist unter anderem eine automatisierte Klassifikation nach Themenfeldern, Dringlichkeit und Relevanz vorgesehen. Zudem sollen weitere Datenquellen (bspw. Erfüllungsaufwand) eingebunden werden. Langfristig ist geplant, das Portal beim Statistischen Bundesamt anzusiedeln.
Bewertung
Die Einrichtung eines zentralen digitalen Meldeportals ist ein grundsätzlich positives Signal für mehr Transparenz und Beteiligung beim Bürokratieabbau. Entscheidend wird jedoch sein, wie konsequent die eingehenden Hinweise in den zuständigen Ressorts aufgegriffen und in konkrete Vereinfachungen überführt werden. Das Portal schafft Sichtbarkeit für bestehende Hemmnisse. Ob daraus spürbare Entlastungen entstehen, wird sich an der Umsetzung messen lassen.
