Handlungsempfehlungen für mehr Holz in Produkten, Innovationen und Kreisläufen
Das Thünen-Institut für Holzforschung hat einen neuen Policy-Brief veröffentlicht, der die stoffliche Nutzung von Holz als wichtigen Hebel für den Klimaschutz herausstellt. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Holz künftig gezielter dort eingesetzt werden kann, wo es Kohlenstoff langfristig bindet, etwa im Bauwesen, in Holzwerkstoffen oder als Rohstoff für innovative Industrieanwendungen.
Der Policy-Brief betont, dass die Klimawirkung der Holznutzung vor allem dann steigt, wenn Holz möglichst hochwertig und langfristig stofflich eingesetzt wird. Dafür seien geeignete Rahmenbedingungen nötig, etwa eine stärkere Ausrichtung auf Holzwerkstoffe, neue Anwendungen in der Industrie sowie eine konsequente Kreislaufwirtschaft.
Vier zentrale Handlungsempfehlungen
Die Forschenden formulieren mehrere konkrete Ansatzpunkte, wie Politik und Branche die stoffliche Holznutzung stärken können:
- Energieversorgung in der Holzverarbeitung klimafreundlicher gestalten: Durch mehr emissionsfreie Energieträger und höhere Effizienz kann weniger Holz zur Energiebereitstellung verbrannt werden und steht damit für langlebige Produkte zur Verfügung.
- Laubholz stärker in Holzwerkstoffen einsetzen: Genannt werden unter anderem Anwendungen wie Faserplatten aus Buche als Dämmstoff, OSB aus Laubholz für tragende Bauteile oder Furnierholzplatten für Bau und Innenausbau.
- Holz als chemischen Rohstoff nutzen: Bioraffinerien könnten Holz und Nebenprodukte der Sägeindustrie zu Vorprodukten für Klebstoffe, Kunststoffe oder Fasern verarbeiten und so fossile Rohstoffe ersetzen.
- Kreislaufwirtschaft konsequent umsetzen: Wiederverwendung, qualitätserhaltendes Recycling und modulares Bauen sollen den Bedarf an Frischholz senken. Entscheidend sei zudem, Recyclingholz rechtssicher als Rohstoff im Kreislauf zu führen, statt es als Abfall zu behandeln.
Klimaschutz messbar machen
Für die nationale Treibhausgasbilanz können nur Holzprodukte berücksichtigt werden, die aus heimischem Holz stammen und im Inland produziert wurden. Gleichzeitig braucht es belastbare Daten und anerkannte Methoden, um Klimawirkungen normenkonform abzubilden, insbesondere bei neuen Ansätzen wie der stofflichen Nutzung in Bioraffinerien besteht hier laut Policy-Brief noch Entwicklungsbedarf.
Mit dem Policy-Brief liefert das Thünen-Institut eine kompakte, praxisnahe Orientierung, wie die stoffliche Holznutzung als Beitrag zu Klimazielen, Ressourcenschonung und einer zukunftsfähigen Bioökonomie strategisch ausgebaut werden kann.
