Die Studie untersucht den Wohnungsbedarf in der gesamten EU, konzentriert sich dabei auf Ungleichheiten in Bezug auf Erschwinglichkeit, Zugänglichkeit und Qualität und analysiert zentrale Angebots- und Nachfragefaktoren und beleuchtet die Rolle von EU-Rechtsvorschriften und Finanzierungsinstrumenten im Wohnungssektor. Sie wurde im Auftrag des Sonderausschusses HOUS des Europäischen Parlaments vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Wohnungskrise in der EU erstellt. Ziel ist es, eine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen zu schaffen, indem der Wohnungsbedarf in der EU systematisch erfasst, die Ursachen der Wohnungsknappheit analysiert und die Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft aufgezeigt werden. Die Ergebnisse sollen die Weiterentwicklung von EU-Politiken und Förderinstrumenten für angemessenen, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum unterstützen
Kostenentwicklung und Bauweisen
Ein Schwerpunkt liegt auf der starken Kostensteigerung im Bausektor, der durch mehrere Faktoren beeinflusst wurde. Zum einen spielen die Unterbrechungen der Lieferketten während der COVID-19-Pandemie und der Anstieg der Energiekosten nach dem Krieg in der Ukraine (und den darauf folgenden Sanktionen gegen Russland) eine Rolle. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass Materialien wie Holz, Stahl und Zement deutlich teurer geworden sind (Stasiak-Betlejewska & Potkány, 2015; Eurostat, 2024c; Amca et al., 2025). In Deutschland stiegen beispielsweise im Jahr 2021 die Preise für Massivbauholz um 77,3 %, für Dachlatten um 65,1 % und für anderes Bauholz um 61,4 %, während im Jahr 2022 auch die Preise für energieintensive Stahlprodukte stark anstiegen, darunter Stabstahl um 40,4 %, Blankstahl um 39,1 % und Bewehrungsmatten um 38,1 %. Bis Oktober 2023 lagen die Preise für Zement und Transportbeton immer noch um etwa 22–25 % über dem Vorjahresniveau (Bundesamt für Statistik, 2023).
Innovative Bautechniken
Im Kontext innovativer Bauweisen (vgl. Tabelle 7) werden modulare, vorgefertigte Bauweisen sowie der Massivholzbau als potenziell relevante Ansätze zur Beschleunigung und Nachhaltigkeit des Wohnungsbaus genannt und ihre Vorteile, Herausforderungen und Expansionspotenzial beleuchtet. Holz wird dabei sachlich und technologieoffen eingeordnet: als Bestandteil moderner Baukonzepte mit Chancen, aber auch im Spannungsfeld von Kostenentwicklung, regulatorischen Anforderungen und Marktbedingungen
Die Studie ist hier als PDF-Format verfügbar: CASP_STU(2025)759352_EN
